Generalversammlung 2012

Es war kalt in Zürich, am Samstag dem 4. Februar 2012, klirrend kalt.

Zum Glück war es im Zunfthaus zum Rüden, wo die diesjährige Generalversammlung der European Bourbon and Rye Association stattfand, wohlig warm.

Vor der Versammlung genossen ein paar von uns noch 2 kulturelle Einlagen; ein Mittagessen in der Bodega Espanola und ein Stadtrundgang durchs Oberdörfli. Das ist der alte, höher gelegene Teil Zürichs, rechts der Limmat. Die Stimmung in der Bodega war schon mal sehr gut, sowie auch das Essen, und es war herrlich warm drinnen. Das war wohl der Grund, dass der Stadtrundgang etwas später anfing als geplant.

Nichtsdestotrotz war die kleine Wanderung durchs Dörfli die Mühe wert. Zuerst wurde dem Stadtarchiv einen kleinen Besuch abgestattet, wo eine riesiges Modell der Stadt einen Einblick verschaffte wie es zu früheren Zeiten aussah. Auf dem Weg zum Eh-Gässli wusste Jvan zu melden, dass es in einem bestimmten Geschäft an der Kirchgasse ein uraltes Kämmerlein gab, wo die hohen Herren früher Damen empfangen konnten um sich mit ihnen zu verlustigen. Neugierig geworden, wurde kurz gefragt ob wir uns das Kämmerlein mal ansehen durften. Wir wurden freundlichst empfangen und der Ladenbesitzer war so nett die uralten Fresken in besagtem Raum für uns zu erklären. Sehr lehr- und aufschlussreich. Wer neugierig geworden ist kann sich an der Hirschgasse 38 im Haus zum Paradies vor Ort ein Bild machen.

Weiter ging es zum Eh-Gässli, eine Gasse zwischen zwei Häuserreihen die so schmal ist das man sich seitwärts hineinzwängen muss. In früheren Zeiten diente diese Gasse als Kloake und Abfall-Sammelstelle. Bei Regen spülte sich die Sosse dann automatisch in die Limmat. Klingt hygienisch und effizient, war es wohl aber nicht. Die Stadt Zürich war so unzufrieden mit dieser löblichen Einrichtung, dass sie als einer der ersten Städte überhaupt, ein Kloakengesetz verabschiedete. Diese schrieb vor wie man mit dem Abfall und der anfallenden Gülle umgehen musste. Die Gasse ist an beiden Seiten mittels einer Tür abgeschlossen und kann nicht öffentlich besucht werden.

Weiter ging es zur Wasserkirche, welche urkundlich 1290 das erste Mal erwähnt wurde. Ursprünglich war die Kirche auf einer Insel in der Limmat gebaut, heute ist sie ein Teil vom Limmatquai. Auf den ersten Blick erscheint sie wie eine ganz normale Kirche, aber das täuscht. Hier wurde früher gemordet, gemotzt, verboten und reformiert und ein Besuch macht deutlich, dass Zürich früher bestimmt nicht die liebliche und freundliche Stadt war die sie heute ist.

Danach war Zeit für ein Apéro im Rüden. Anschliessend wurde die GV abgehalten. Urs hatte darum gebeten von seinem Amt als Kassier erlöst zu werden. Von Kanada aus, wo er jetzt wohnt, lässt sich die Buchhaltung unseres Vereins doch weniger gut organisieren als gewünscht. David wurde als Nachfolger von Urs ernannt. Der Vorstand wurde, nachdem das abgelaufene Jahr kurz besprochen war und die Finanzen erläutert wurden, von der Versammlung einstimmig für ein weiteres Jahr in den Ämtern bestätigt.

Ein wichtiger Punkt der GV war eine Änderung der Statuten. Die Änderung sieht vor, dass Regionen oder Länder ohne viel Aufwand eigene Unterabteilungen der EBRA gründen können. Der Änderungsvorschlag wurde einstimmig angenommen.

Nach Ablauf der EBRA Generalversammlung wurde eine Gründerversammlung für einen separaten Fass-Verein abgehalten. Grund dafür ist es den ganzen Kauf und Verkauf von Whiskey und die damit zusammenhängenden finanziellen Bewegungen aus dem Mutterverein EBRA  Verein zu lösen. Die Statuten für den neuen Verein (European Bourbon and Rye Barrel Association) wurden von den Gründungsmitgliedern akzeptiert und unterschrieben womit der Verein gegründet worden ist.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der GV und der Gründungsversammlung war es an der Zeit das Abendessen einzunehmen. Klassische Zürcher Kost war angesagt, Nüsslisalat und Geschnetzeltes mit Rösti, übergossen mit feinem Blauburgunder; alles aus der Schweiz natürlich.

Das Tasting

Fürs Tasting hatte sich unser Whiskey Guru Stefan, etwas besonderes einfallen lassen. Es wurden ausschliesslich Heaven Hill Produkte zum Probieren angeboten. Absolut spannend was es zu erfahren, wie verschieden diversen Abfüllungen einer Brennerei sein können. Wie gewohnt wurde das Tasting nach Qualität geordnet und es war wohl nicht überraschend, dass die zwei eigenen EBRA Abfüllungen ganz am Ende aufgereiht waren. Diese zwei Fässer die wir im Jahre 2010 gekauft haben überzeugen immer wieder. Hoffentlich haben wir mit den nächsten Fässern genau so viel Glück.

Bis zum nächsten Mal.

Es grüsst
Euer Präsident Hans

GV2012 Mittagessen

GV2012 Tasting

GV2012 Saal